Rückblicke: Korntal Münchingen

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Rückblicke

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Korntal - dass Hollywood Baden-Württembergs

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Korntal eine beeindruckende Dichte an Kleinkunstpreisträgern zu bieten. Beim Kulturgipfel verrät Moderator und Comedian Roland Baisch dem Publikum den Grund: „Der Mangel am aktiven Nachtleben in Korntal lässt die Künstler zu Hause sitzen und über ihre Auftritte nachgrübeln.“ Dass die Kulturprominenz von Korntal mit Roland Baisch, Veit Hübner, Adelheid Kreisz, Gaby Pas-van Riet, Stefan Waghubinger, Vanessa Lee Baisch an diesem Samstagabend, dem 19. Oktober,  nicht auf Tournee in der Welt unterwegs sind, sondern zur Feier des Jubiläumsjahres von 200 Jahre Korntal alle gemeinsam auf ihrer Heimatbühne in der Stadthalle Korntal stehen, ist das Verdienst von Kulturreferentin Melanie Thamm-Beck. Das Programm, das an sich schon eine Premiere ist, legt gleich los mit einer einzigartigen Vorstellung:  Impressionen des Schattentheaters der Korntaler Künstlerin  Adelheid Kreisz begleiten die Jazz-Suite der „goldenen Querflöte“ der Hochschulprofessorin Gaby Pas-Van Riet mit Veit Hübner am Bass und Bobbi Fischer am Klavier und laden die Zuschauer zum Träumen ein.

Dass Träume und Realität auseinanderklaffen können – diese schwere Erkenntnis aus seiner Kindheit verkündet Kabarettist Stefan Waghubinger. Zu Weihnachten habe er sich sehnsüchtig das gelbe Kostüm  von Captain Kirk aus der Enterprise-Serie gewünscht. „Wenn du brav bist, strick ich dir eine gelbe Jacke.“ Nicht nur die eigene harte Vergangenheit wegen Mamas Strickkünsten als Biene Maja vor dem Spiegel zu stehen, statt als Captain Kirk – auch die Geschichte von 200 Jahre Korntal beschäftigt den in Korntal lebenden Österreicher Stefan Waghubinger. Gut, dass die Bibel schon damals so ein dickes Buch war – wer hätte da in Korntal noch Muse gehabt eine Gegenmeinung zu lesen?

Sein Nachbar Roland Baisch hat zu seiner Heimatstadt ein besonderes Verhältnis: „Korntal is my lady“, swingt er auf der Bühne. Der Entertainer plaudert gerne aus dem „Nähkästchen“ der seit Generationen in Korntal lebenden Familie Baisch. Opa Paul Baisch wurde 103 Jahre alt und war von Beruf Schneider in Korntal.  Was bedeutete, dass der „Bub“ ab dem zweiten Geburtstag im Maßanzug herumlaufen musste. Eine Jeans für den Enkel kam nicht in Frage: „Ein Baisch trägt keine Texashose.“   Immer wieder glänzt Roland Baisch mit Sprachkenntnissen: „Is Kallenberg in the house?“ Das mag daran liegen, dass er den gleichen Englischlehrer genossen hatte, wie EU-Kommissar Günther H. Oettinger. Wie wichtig eine gute Ausbildung ist und die richtige Berufswahl, das versuchte der Entertainer später seiner Tochter Vanessa Lee Baisch mit auf den Weg zu geben: „Kind, werd was Anständiges!“

In die zwei Fußstapfen des Herrn Papas zu treten reicht der in Berlin wohnenden Künstlerin längst nicht aus. Gleich mit mehreren Beinen und unzählbaren Füßen tanzt die bekannte Jongleurin und Luftakrobatin spinnenartig auf die Bühne. Ihre Hüte wirbeln durch die Luft, dass es dem einen oder anderen der älteren Generation schon einmal schwindelig werden kann – nicht nur wegen ihrer rotierenden Propeller am Plastik-Brustkörbchen.  Auf den Boden der Tatsachen zurück holte das Publikum das mit dem baden-württembergischen Kleinkunstpreis von 2019 ausgezeichnete Trio Berta Epple.  „Rente - isch noch ebbes do für en alten Mo?“ singen der Jazzer Veit Hübner, sein Bruder und Geigenvirtuose Gregor Hübner und Bobbi Fischer am Piano. Das Thema Geld zieht sich mit „Money, money“ und „Wenn ich einmal reich wäre“ wie ein roter Faden durch ihren Auftritt – bis die Erkenntnis kommt: „Red dir doch nix ein, wenn’s mehr hätt‘s tät’s net glücklicher sein.“ Zum Finale treten alle Korntaler Künstler auf die Bühne und erhalten den lauten Applaus, den ein solcher einzigartiger Kulturgipfel verdient. Schon bei der Verbeugung freuen sich die Korntaler Künstlerinnen und Künstler auf das After-Showprogramm, das Roland Baisch schon vorgeplant hat:  „Wir ziehen jetzt noch um die Gassen in Korntal.“  

KOMÜKA begeistert das Publikum - auch an zwei Tagen

(ah) "So goht's net", soll Ella Hornung in ihrer damaligen Funktion als Stadträtin vor gut 25 Jahren gesagt haben, als es um Kürzungen im Kulturetat ging und gründete kurzerhand den Talentwettbewerb KOMÜKA. Mit dieser Anekdote begrüßte Martin Schmid vom KOMÜKA-Verein die Besucherinnen und Besucher am Wochenende des 12. und 13. Oktobers im Widdumhof bei den beiden Jubiläumsausgaben am Samstagabend und Sonntagmittag. Über 700 Künstlerinnen und Künstler faszinierten tausende von Zuschauern mit ihren Darbietungen aus den Bereichen Artistik, Jonglage, Clownerie, Tanz, Zauberei und Musik in den letzten Jahrzehnten. Während sich Technik und Darbietungen im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben, ist eines geblieben: Die Faszination KOMÜKA. Die Leistung und Kreativität der Artisten verzaubert die Menschen im Jahr 2019 genauso wie in den Anfangsjahren. Erstmals haben die Veranstalter eine Familienvorstellung zu einer kinderfreundlichen Zeit angeboten. Das hieß für die Künstler, dass sie am Samstagabend und am Sonntagmittag ihr Bestes geben mussten. Die Gewinner ermittelt keine Jury, sondern das Publikum selbst. Die beiden Schwestern Caroline und Helena Wieser wählten die Besucher auf Platz eins. Die Elf- und 14-Jährigen überzeugten mit ihrem Klavierspiel. Locker und fröhlich war etwa ihr ABBA-Medley.  Jonas Kerner schaffte es mit seiner LED-Diaboloshow auf Platz zwei. Den dritten Platz konnte sich der jonglierende Clown John Pathic sichern. Mehr Impressionen auf der Bildergalerie 

70 Jahre Jubiläum der vhs Korntal-Münchingen

Demokratie brauche Orte: An der vhs müssten „heiße“ Themen, die alle bewegen, von allen Generationen diskutiert werden, Begleitung und Hilfen zum Dialog in einer sich verändernden Welt geben und den Zusammenhalt der Menschen fördern. Die vhs möge solch ein offener Ort bleiben: So formulierte Renate Krausnick-Horst, Gründerin des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, ihren Wunsch für die vhs Korntal-Münchingen, die am Freitag ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Das Jubiläum war eingebettet in die bundesweite Lange Nacht der Volkshochschulen. Rund 100 Gäste waren der Einladung gefolgt und belebten die Korntaler Alte Lateinschule bis in die Abendstunden. Beim Auftakt mit Grußwort von Bürgermeister Dr. Joachim Wolf, Festvortrag von Professor Dr. Norbert Vogel und Podiumsgespräch ging es um die Verortung der Erwachsenenbildung in der Stadt, und speziell um die selbstständige vhs als gemeinsame Aufgabe in Korntal-Münchingen. Die Frage, auf welchem Platz im Bedürfnis-Ranking der Korntal-Münchinger er die vhs sehe, beantwortete Bürgermeister Dr. Wolf diplomatisch: Wohnen, Verkehr und Nachhaltigkeit seien die primären Themen - die vhs aber ein Querschnittsbedürfnis. 

Für eine aufgeweckte Stimmung im Haus sorgten Cocktailbar, Grill, Glücksrad und Bierverkostung sowie Fünf-Minuten-Kosmetik und RepairCafé, das Anleitung zum Selbermachen gab. In kurzen Kursen vom Orientalischen Tanz bis zum Englisch für Anfänger konnten Interessierte einen Einblick in das Semester-Programm gewinnen, das gegenwärtig begonnen hat.

Text: Cornelia Class-Hähnel

 

 

 

Auf Entdeckungsreise in den Gschnaidtwiesen

Dank des schönen Wetters und der Bekanntgabe des Termins in der lokalen Presse kamen auf Einladung des BUND Korntal-Münchingen am Sonntag, dem 18. August, circa siebzig interessierte Besucher an der Haltestelle Gymnasium zusammen. Herr Steinheil wies zunächst auf die Entwicklung der Gschnaidtwiesen hin. 

Ursprünglich war es ein versumpftes Gelände mit Auenwald. Dies war für die Bauern völlig uninteressant, daher der Name „Gschnaidt“ – er kommt aus dem Mitteldeutschen und bedeutet nutzloses, untaugliches Gebiet. Dass heute das Gebiet ganz im Gegensatz dazu eine wichtige Bedeutung hat, war mit das Anliegen der Führung. Der Wald wurde entfernt und es entstanden Feuchtwiesen bis in die 50iger Jahre des 19. Jahrhunderts, die in jedem Frühjahr nach der Schneeschmelze großflächig unter Wasser standen. Dann wurden die Wiesen gründlich drainiert und es entstanden die heutigen Wiesen. In dieser Zeit ging etwa die Hälfte davon als Gewerbegebiet verloren (Metro usw.). Die Gruppe hatte das Glück, dass es in den letzten Tagen gründlich geregnet hatte, so dass doch eine Reihe blühender Pflanzen gezeigt werden konnte, z.B. Wiesenstorchschnabel, Skabiose, Echter Lein und dann auch unsere Raritäten: die hellgelbblühenden Dolden der Wiesensilge mit ihren feinen Blättern und der Große Wiesenknopf.

Leider nicht mehr blühend das Kleine Mädesüß, das sonst nur noch an wenigen Stellen im Stuttgarter Raum vorkommt. Allerdings wurden die blühenden Pflanzen durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung (gründliches Düngen und häufiges Mähen) stark zurückgedrängt und dadurch auch die Lebensräume von Bienen und sonstigen Insekten.

Dass es auch anders geht, konnten die Teilnehmer an einer Wiese sehen, deren Pflege seit mehreren Jahren vom BUND unterstützt wird. Hier wird nur im zeitigen Frühjahr und dann im Herbst gemäht, so dass die Pflanzen zum Blühen kommen und aussamen können; auch die Düngung ist reduziert. Dafür bekommt der Landwirt eine Ausgleichszahlung.  Der Erfolg zeigt sich darin, dass sich der Bestand der Wiesensilge seit 2015 verdreifacht und der des Wiesenknopfes sogar versechsfacht hat.

Die Bäche - leider seit einigen Jahren im Sommer meist ausgetrocknet - sind intensiv bewachsen u.a. mit dem Großen Mädesüß, der gelben Schwertlilie und Seggen. Dies ist ein wichtiger Lebens- und Überwinterungsraum für Insekten und Kleintiere. Deshalb wird am Bach in einem Jahr nur die eine Hälfte, im anderen Jahr die andere Hälfte gemäht. Der Bewuchs verhindert auch ein schnelles Abfließen des Wassers bei Starkregen. Ein gelegentliches Überschwemmen der Wiesen ist immer noch besser, als Überschwemmungen wie z.B. in Ditzingen.

Unterstützt von dem ehemaligen Stadtrat Wolf Ohl ging Herr Steinheil noch auf die Folgen von Korntal-West für das Gschnaidt ein. Zur Aufnahme des Oberflächenwassers von Korntal-West wird ein Teich westlich der Bahnlinie angelegt, der auch Amphibien eines Löschteiches der früheren Gärtnerei aufnehmen soll. Insgesamt zeigten der starke Besuch und die zahlreichen Fragen während der Führung, dass viele Bürger/innen unbedingt einen Erhalt und eine ungestörte Entwicklung des Gschnaidts ohne weitere Eingriffe wünschen.

Text: Ulrich Steinheil

Über zweitausend Besucher spazieren mit dem Theater unter der Dauseck

Der Bühnenvorhang, wenn es jemals einen gegeben hätte bei der Open-Air Veranstaltung von "heimfinden - Korntal vor 200 Jahren", er wäre jetzt endgültig gefallen: Sechs Wochen lang brachten die 30 Schauspielerinnen und Schaupieler dem Publikum die 200jährige Geschichte nahe - insgesamt kamen über 2000 Zuschauer. "Viele Besucher haben uns gesagt, dass sie die Hintergründe über die Gründung von Korntal noch nie so spannend vermittelt bekommen haben", erzählt Bernd Schlegel, der 1. Vorsitzende des TuD. Das Konzept des Theaterensembles sei wieder aufgegangen: "Mit unserem kritischen Volkstheater werfen wir einen Blick auf die Vergangenheit der kleinen Leute. Dadurch fällt es leichter, sich mit seiner Stadt und den Menschen, die damals dort lebten, zu identifizieren." So sei - neben dem Stammpublikum des TuD - auch ein großer Anteil an Einheimischen unter den Zuschauern gewesen. "Selbst unsere Zusatzvorstellung am Sonntagnachmittag war nach wenigen Tagen ausverkauft", freut sich auch Christian Gscheidle, der 2. Vorsitzende des TuD.

Zwei Veranstaltungen an einem Tag, wie an diesem Sonntag, dem 4. August, sei für ihr Ensemble schon eine Herausforderung gewesen, berichtet Regisseurin Dagmar Brade: "Zum Schluss haben sie noch mal alles gegeben." Und das obwohl die Pause zwischen den Aufführungen am Sonntag doch recht kurz war: Während die neuen Gäste zur Abendaufführung bereits gespannt auf dem Saalplatz ankamen, saßen circa 100 Besucher der 15 Uhr-Veranstaltung noch an den Bierbänken bei Gegrilltem und einem Gläschen Wein und ließen ihr Theatererlebnis gemütlich ausklingen. Denn auch das Essensangebot auf dem Saalplatz wurde von den Besuchern gerne angenommen: "Wir haben in den sechs Wochen bestimmt 500 Würste gegrillt", erzählt das Ehepaar Seitz, die mit ihrem "Brutzelhüttle" für das Catering des Theaterspaziergangs zuständig war. Obwohl die Zeitreise in die Vergangenheit über sechs Wochen lief, musste nur eine Veranstaltung wegen starken Regens verschoben werden. Neben dem Sonnenschein hielt sich auch die große Nachfrage nach den Karten von "heimfinden". Für Bernd Schlegel ist die gute Resonanz auch ein Zeichen des Engagements seines Teams: "Nicht nur das Publikum, sondern auch das gesamte Ensemble erlebte den Theaterspaziergang mit Begeisterung." Das einige von den Schauspielerinnen und Schauspieler "Feuer" gefangen haben, darüber freut sich  auch Regisseurin Dagmar Brade: "Einige überlegen sich weiterzumachen und in Markgröningen bei unserem Theaterspaziergang 2020 mitzuspielen."

 

 

Korntal und Münchingen im Gleichklang

Höflesfest mit Gemeinschaftskonzert des MV Korntal und des MV Münchingen

Eine echte Rarität hatte das traditionelle Höflesfest am Sonntag, 21. Juli, vorzuweisen. Seit vielen Jahren gaben der Musikverein Korntal und der Musikverein Münchingen erstmals wieder ein gemeinsames Konzert auf dem Saalplatz in Korntal.
Moderiert wurde das Korntal-Münchinger Musikerlebnis von Oberstaatsanwalt und Gemeinderat Egon Beck. ,,Die Verantwortlichen haben sich jede Menge Mühe gemacht, ein ansprechendes Programm zusammenzustellen." Passend zum strahlenden Wetter war der Titel des ersten Stücks:,,Die Sonne geht auf" - ein Konzertmarsch von Rudi Fischer. Dass es tatsächlich im Jubiläumsjahr des Stadtteils Korntal zu diesem gemeinsamen Auftritt kam, daran trug Bürgermeister Dr. Wolf eine gewisse "Mitschuld". So hatte er sich bereits vor Jahren ein solches Event gewünscht und war am Sonntag auch unter den begeisterten Gästen.
Rockiger Höhepunkt des Höflesfests war der Samstagabend mit Pop der Band Campus. ,,Es war richtig gut was los und die Stimmung war toll", berichtete Gerlinde Schwarz, Ehefrau vom Vorsitzenden des Korntaler Musikvereins Heinrich Schwarz. Sie ist selbst seit über 50 Jahren Mitglied im Musikverein Korntal, spielt Klarinette und Saxophon. Beim Höflesfest hatte sie alle Hände voll zu tun - hinter der Theke beim Essen und Getränke verkaufen. ,,Dass das alles so gut organisiert ist, verdanken wir Claus Wirsching, er ist für die Durchführung des Fests verantwortlich." 
Neben den Lokalmatadoren der beiden Musikvereine spielten auf dem Fest auch die Musikvereine aus Weilimdorf und Tamm sowie die Bläserklassen der Realschule Korntal-Münchingen und die Jugendkapelle des Musikvereins Korntal.  

Text: Angela Hammer

Die Partnerstädte auf den Spuren von 200 Jahre Korntal

"Ich begrüße die französischen und belgischen Gäste aus Mirande und Tubize." Während des Festwochenendes am Samstag, 6. Juli, führte Stadtrat Harald Wagner die Delegationen der Städtepartner durch Korntal-Münchingen. "Korntal ist geschichtlich gesehen etwas Besonderes", erzählte er.
Besonders ausgewählt waren auch die Stationen der kleinen Stadtführung, denn Harald Wagner wählte an dem heißen Nachmittag bewußt die kühleren Schattenstellen aus. Mit Hilfe der Übersetzerin Julia Schlayer bekamen die Freunde einen Überblick über die Geschichte ihrer Partnerstadt und ihre Bewohner.  Zum Finale am Knabeninstitut zählte Harald Wagner die ehemalige internationale Besetzung der Schüler der Korntaler Privatschule auf in den Jahren 1852 bis 1880: "144 Deutsche, 194 Schweizer, 4 Holländer, 3 Norweger, 63 Österreicher, 11 Italiener, 12 Schweden, 11 Russen, 35 Franzosen und 180 Engländer". Nur Belgier eben nicht. Die Delegation aus Tubize nahm es mit Humor und eroberte die Stadt Korntal-Münchingen zwei Jahrhunderte später im Anschluss an die Stadtführung mit belgischen Bier und leckeren belgischen Waffeln. Voilà.

 

 

„So ein Fest könnte es hier öfter geben!“ - Samstag, 6. Juli 2019

Der Korntaler Sommer mit dem Festwochenende war auch in diesem Jahr wieder ein Höhepunkt für die Korntal-Münchinger.

15.000 aufgeblasene Luftballons, 25 Kunsthandwerkerstände, 240 Portionen gegrillte Entenbrust-Sandwiches, 20 Kilo Waffelteig – schon die Auswahl dieser vier Zahlen zeigt: Der Korntaler Sommer mit dem Festwochenende von 200 Jahre Korntal wird in die Stadtgeschichte eingehen. „Ein Spektakel jagt das nächste“, kündigte Bürgermeister Dr. Joachim Wolf begeistert bei der Eröffnung des Stadtfestes am Samstag, dem 6. Juli, an. Er dankte den beteiligten Vereinen, der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Jugendgemeinderat, den Städtepartnern und allen weiteren Beteiligten für das „tolle Programm“, das die Besucher in Korntals Mitte erwarten sollte.

Die meisten von ihnen ließen sich nicht lange bitten und machten es sich gleich am Samstagabend in der Mitte des Saalplatzes an den Biertischen gemütlich. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde der Samstagabend mit Bewirtung und der Sonntag, zusätzlich mit Bühnen- und Rahmenprogramm, von der Stadt Korntal-Münchingen in Zusammenarbeit mit dem Gewerbe- und Handelsverein Korntal (GHV)  organisiert. Die Stadträtin und Vorsitzende des GHV Korntal Viola Noack wies auf den verkaufsoffenen Sonntag in Korntals Innenstadt hin. „Doch unsere Geschäfte stehen Ihnen – nicht nur an diesem Sonntag – sondern das ganze Jahr über mit Dienstleistungsangeboten zur Verfügung.“ Viola Noack freute sich über die neue Blaulichtmeile und die vielfältigen Angebote der Kunstmeile, die in diesem Jahr zum ersten Mal von der Stadt Korntal-Münchingen organisiert wurde.

Ein ausgewogenes Sortiment, Mitmachangebote und die Möglichkeit für Ortsansässige, aber auch Künstler von außerhalb, sich und ihre Waren präsentieren zu können, waren Carolin Kästner und Melanie Rometsch vom Sachgebiet Wirtschaftsförderung/Grundstücksmanagement bei der Auswahl der Künstler besonders wichtig. „Der Korntaler Sommer ist jedes Jahr ein Highlight“, sagen die beiden Mitarbeiterinnen der Stadt Korntal-Münchingen. Dass dabei auch „Brücken“ geschlagen werden – ganz im Sinne eines der Leitmotive von 200 Jahre Korntal – zeige auch die Unterstützung Münchinger Einzelhändler mit Ständen beim Korntaler Sommer. Die Korntaler, die Münchinger, die Kallenberger und andere Gäste aus der Region – sie genossen am Samstag bis Mitternacht die angenehmen Temperaturen bei dem ein oder anderen Gläschen Wein auf dem Saalplatz.  

Text: Eva Tilgner

99 Luftballons und noch viele, viele mehr - Fortsetzung: Korntaler Sommer Festsonntag

Die gute, sommerliche Stimmung dagegen hielt sich auch am Sonntagmorgen. Beim Open-Air-Gottesdienst standen die Gemeindemitglieder sogar auf der Treppe des Landschlosses Korntal, um die Predigt auf der Bühne verfolgen zu können. Danach zog das Frühschoppenkonzert des Musikvereins Korntal und der Duft nach Leckereien die Besucher an. Liedsängerin Nena hätte sich gefreut, wäre sie an diesem Nachmittag in Korntal-Münchingen mit dabei gewesen. Denn ihr Lied „99 Luftballons…“, mussten die acht bis zehn Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen im Ohr gehabt haben, als sie Unmengen an bunten Ballons aufgeblasen und miteinander zu haushohen Drachen und Feuerwehrautos verknotet haben. Angeführt von der riesigen gelben „200“ zogen sie durch Korntals Straßen und luden mit ihrer Musik die Passanten zum Mittanzen ein. Der farbenfrohe Einsatz der Feuerwehr sei zum Jubiläum ein Geschenk gewesen, erklärte Hans-Jörg Stellmacher von der Freiwilligen Feuerwehr Korntal-Münchingen: „Der Korntaler Sommer ist ein schönes Fest. Unsere Mannschaft ist voll motiviert.“

Text: Eva Tilgner

 

 

„Drei tolle Stadtteile. Eine feiert Jubiläum. Die anderen beiden feiern mit! Alles Gute."

EU-Kommissar Günther H. Oettinger begeisterte mit seiner Festrede anlässlich der offiziellen Feierstunde zum 200. Geburtstag des Stadtteils Korntal das Publikum

Nach der Tanzstunde zog es den 16-jährigen Günther Oettinger mit seiner 15-jährigen Tanzpartnerin in das Landschloss Korntal. Dort galt die Regel: Ein Gast – ein Getränk. „Also rein in die Gaststube, Jacke aufgehängt, Bier getrunken, gezahlt, Jacke mitgenommen und wieder raus. Dann wieder rein, nochmal Jacke aufhängen und noch ein Bier bestellt“, verriet der EU-Kommissar bei seiner Ansprache zum Festakt von 200 Jahre Korntal. „So war das Ganze nicht nur heilig, sondern auch ein bisschen scheinheilig“, eine Anspielung auf den Spitznamen „heiliges Korntal“, wie Korntal schon früher außerhalb der Stadtgrenzen aufgrund seiner besonderen Gründungsgeschichte bezeichnet wurde.

Die persönlichen Erinnerungen an seine achteinhalbjährige Schulzeit in Korntal gefielen den etwa 450 Besuchern in der Stadthalle am Freitagabend, dem 5. Juli, besonders gut. Unter ihnen auch der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, Thomas Bopp, der Landtagsabgeordnete Konrad Epple, einige Bürgermeister aus Nachbarkommunen, der Sozialdezernent des Landkreises Ludwigsburg, Heiner Pfrommer, der weltliche Vorsteher der Brüdergemeinde, Klaus Andersen, Träger der Ehrenmedaille, Gemeinderäte und Vertreter der Feuerwehr, der Vereine, aus der Wirtschaft und den Kirchengemeinden von Korntal-Münchingen.

Geschickt spann „unser EU-Kommissar“, wie Bürgermeister Dr. Joachim Wolf Günther Oettinger in seiner Begrüßung bezeichnete, den Bogen von der Gründung Korntals vor 200 Jahren, garniert mit der einen oder anderen persönlichen Anekdote aus seiner Schulzeit am Gymnasium in Korntal bis hin zur heutigen Rolle Korntal-Münchingens „im Sandwich zwischen D.C. und Peking“. Die zentrale Botschaft war dabei ein flammendes Plädoyer auf die Europäische Union und unsere europäischen Wertevorstellungen.

In der EU gebe es zwei Sorten von Ländern: „Die, die klein sind und die, die wissen, dass sie klein sind.“ Auch Deutschland sei ein Zwerg. „Zwerge stellt man gemeinhin in den Vorgarten. Hunde pinkeln dagegen.“ Nur ein „Team Europa“ könne im Wettbewerb mit Großmächten wie USA und China und in einer Welt mit einer Vielzahl autokratischer Herrscher und im Kampf um die Vorherrschaft verschiedenster Wertevorstellungen bestehen.

„Wenn wir unsere Werte erhalten wollen, müssen wir endlich dafür eintreten und kämpfen, mehr als im Sommer 2019.“ Ein tosender Zwischenapplaus der Zuschauer gab ihm Recht. Auch und gerade Kommunen können ihren Beitrag hierzu leisten. Deshalb lobte er ausdrücklich die seit über 50 Jahren bestehende enge Verbindung der Stadt Korntal-Münchingen zu den Partnerstädten Mirande und Tubize und den intensiven Austausch der Deutschen, Franzosen und Belgier, denn, so Oettinger: „In den Küchen und Kellern lernt man die Menschen der Partnerstädte kennen.“ Während für ihn nach dem Abitur die schwere Entscheidung zwischen einem Studium in Tübingen („Heimspiel“) oder Heidelberg („Auswärtsspiel“) zu treffen war, „ist für unsere Kinder die Heimatbühne Europa. Für sie müssen wir Europa erhalten.“

Mit der notwendigen Selbstkritik gestand er aber auch ein, dass unsere christlich geprägten Wertevorstellungen vor allem mit Blick auf die Vergangenheit alles andere als unfehlbar sind und verwies auf Kreuzzüge oder Missionsgeschichten. „Man kann ein Erbe nur ganz oder gar nicht annehmen“, war somit auch sein Appell nach Korntal.

Fortsetzung Rückblick Festakt "Eine Vielfalt, die typisch ist für Korntal-Münchingen".

 

Eine Vielfalt, die typisch für Korntal-Münchingen ist - Fortsetzung Rückblick Festakt

Brücken zu schlagen, sich als Team verstehen und die Stadtteile Münchingen und Kallenberg aktiv in die Feierlichkeiten und das Jubiläumsjahr  einzubeziehen, ist eines der wichtigsten Ziele des Jubiläums, betonte Bürgermeister Dr. Joachim Wolf bei seiner vorangegangenen Begrüßung. Unter den Leitthemen Heimat, Identität, Brücken hätten stadtteilübergreifend Vereine, Kirchen und Bürgergruppen eine besondere Vielfalt an Programmpunkten geboten. Eine Vielfalt, die für Bürgermeister Dr. Joachim Wolf typisch ist für die „liebenswerte“ Gesamtstadt Korntal-Münchingen. „Dass die gemeinsam durchgeführten Aktionen, Veranstaltungen und Projekte auf allseits positive Resonanz stoßen, freut mich ganz besonders.“

Grund zur Freude hatte er auch, als der Bürgermeister der Partnerstadt Tubize, Michel Januth, und der stellvertretende Bürgermeister der Partnerstadt Mirande, Claude Coustau-Guilhou, ihn mit einem außergewöhnlichen Geschenk für die Stadt Korntal-Münchingen überraschten: „Euer Fest-Motto hat uns inspiriert“, sagten sie. Was passt zum Jubiläumsmotto „Brücken“? Natürlich Wasser, so zumindest die Interpretation der Partnerstädte. Eine sprudelnde 1,80 Meter hohe Steinfontäne zogen sie auf die Bühne, begleitet vom Applaus des Publikums. Ebenso mit lautem Beifall belohnt wurden die musikalischen Einlagen mit viel Swing und „Mittwippfaktor“ des Strohgäu Brass Quintetts, die auch vor diesem Programmpunkt spielten: Statt wie sonst Open Air auf dem Saalplatz entführte das Theater unter der Dauseck mit einer Szene aus „heimfinden – Korntal vor 200 Jahren“ die Zuschauer auf eine Zeitreise in das Jahr 1819, bei der Russland und Amerika die auswanderfreudigen Baden-Württemberger heftig umwarb.

Auswandern aus Korntal-Münchingen? Das wäre 200 Jahre später an diesem Festabend in der Stadthalle Korntal keine gute Idee gewesen. Denn die süßen und salzigen Häppchen warteten schon genauso wie Sekt und Orangensaft – professionell serviert vom Musikverein Münchingen.

Bei herrlichem Sommerabendwetter ließen die Gäste der Stadt Korntal-Münchingen im Anschluss an den offiziellen Teil das Fes,t musikalisch umrahmt vom Strohgäu Brass
Quintett, bis in die Nacht hinein ausklingen und befolgten so den Wunsch von Günther Oettinger, den Geburtstag ihres Stadtteils ausgelassen zu feiern. Grund dafür gebe es genug, so der Festredner:  „Drei tolle Stadtteile, eine feiert Jubiläum, die anderen beiden feiern mit. Alles Gute!“

Text: Eva Tilgner

Geschichte wird zum Abenteuer

Bei den ersten Aufführungen am vergangenen Wochenende von „heimfinden“ reisen über 100 Zuschauer mit Begeisterung in die Vergangenheit von Korntal.

„Wandeln Sie nicht auf den dunklen Wegen – gehen Sie auf den hellen Wegen“, so der freche Belze und sein Bub. Die Beiden achten bei der Premiere am Freitagabend genau darauf, dass bei einem der vielen Ortswechsel keiner ihrer Zuschauer verloren geht. So wird das Premierpublikum von „heimfinden – Korntal vor 200 Jahren“  durch die Tiefgarage, vor das Landschloss, zu den Stahltreppen vor dem Rathaus,  direkt an die Pforte  des Gemeindezentrums der Evangelischen Brüdergemeinde, durch den Großen Betsaal, in den Saalgarten hinein, zum Altenzentrum und an den Begräbnisgarten gelotst.

 

Die erste Szene von "heimfinden - Korntal vor 200 Jahren" findet in der Tiefgarage unter dem Rathaus Korntal statt.

„Die einzelnen Stationen mit dem Bezug zur Geschichte zu erleben, ist einfach genial“, findet Zuschauerin Beate Bürklein.

In den dunklen Ecken der Parkräume startet das Theater unter der Dauseck die kurzweilige Zeitreise zurück in 1816 - einem Jahr, in  dem „die Menschen ihre Leidenschaft vergaßen.“

 

Hungersnot, hohe Steuern und Fronarbeit treiben Frauen, Männer und junge Familien nach Übersee. „Lieber Sklave in Amerika, als freier Bürger in Baden-Württemberg“, ruft einer von ihnen. Während „Onkel Sam“ und „Russischer Bär“ noch ihre Werbeslogans von der Treppe des Landschlosses ausrufen, verkündet Schauspieler Harald Barth in schwindelerregender Höhe der höchsten Etage der Stahltreppen des Rathaus die gute Nachricht: „Der König sichert Gottlieb Wilhelm Hoffmann das Privileg zur Gründung einer Gemeinde in Korntal zu.“

 

Die Engel erhoffen sich frohe Botschaften: Wird Korntal das Privileg zur Gemeindegründung erhalten?

Beim „Casting“ der 700 Gründungsmitglieder wird vor der „Brüdergemeinden-Jury“ von den Bewerbern einiges an Gulden in die Waagschale geworfen – und natürlich Arbeitskraft: „Einen Weingärtner wie mich werdet ihr sicher noch brauchen.“

 

Zur Einweihung des Großen Betsaals waren damals alle eingeladen - fast 8.000 Personen kamen zur Besichtigung. Auch das Publikum vom 21. Juni 2019 spaziert eine Runde durch den Innenraum.

 

Eine Besichtigungsrunde durch den Großen Betsaal wie zu damalliger Zeit

Die Abwechslung zwischen realer Welt und fiktiver Welt ist ungewöhnlich – ich bin total begeistert“, sagt Zuschauer Hans-Dieter Herold und folgt rasch dem Strom der Besucher des Theaterspaziergangs in den Saalgarten.

 

Vier parallel gespielte Szenen im Saalgarten - das Publikum hat die Qual der Wahl.

„Wie haben die Menschen damals gelebt? Wie sah ihr Alltag aus?“ Antworten auf diese Fragen bieten die Regisseurinnen Eva Mann und Dagmar Brade, indem sie auf den Wiesen des Saalgartens die Vorhänge in die Privatsphäre des Alltags der Menschen vor 200 Jahren öffnen. Zwischen vier gleichzeitig gespielten Szenen laufen die Zuschauer hin und her. Wie die Profis auf Kommando spulen die 30 Laien-Schauspielerinnen und -Schauspieler - acht von ihnen stammen aus Korntal-Münchingen -  ihre Rollen mehrmals ab.

 

Finale mit der letzten Szene im Alten Friedhof

„Die Vorführungen sind für jeden von ihnen eine Herausforderung, die sie toll meistern“, lobt Dagmar Brade ihr Team. In den Proben stand für die Amateure nicht nur eine besondere Kräftigung der Stimmbänder für das Spielen im Freien auf dem Plan, sondern auch das „Hineinfinden“ in die historische Sprache von 1819. Auch wenn das Verstehen der altertümlichen Formulierungen dem einen oder anderen Zuhörer zu Beginn gefordert haben mag, gehören solche „Überraschungen“ zu den Aufführungen des Theater unter der Dauseck. „Die Zuschauer dürfen überrumpelt werden. Sie wachsen bei dem Verfolgen der einzelnen Szenen in den Inhalt hinein“, erklärt Dagmar Brade das Konzept. Die Spannung bis zur letzten Minute der Aufführung wird am letzten Spielort im Begräbnisgarten mit viel Applaus belohnt. In geselliger Runde treffen sich die Akteure und ihre Fans auf dem Saalplatz – auch um das Spektakel bei dem ein oder anderen Gläschen Wein Revue passieren zu lassen. Eine Dame verrät, dass sie die Geschichte ihrer Stadt bisher noch gar nicht kannte. Und jetzt? „Mir hat das Korntal vor 200 Jahren so gut gefallen – ich werde nochmal kommen.“ Dazu hat sie und viele andere bis zum 4. August an den Sommerwochenenden mehrere Gelegenheiten. Die erste „Wasserprobe“ hat das Theater unter der Dauseck übrigens auch schon bestanden: Auch wenn die Aufführung am Samstagabend wegen strömenden Regens abgebrochen werden musste,  konnten die Besucher den Theaterspaziergang am Sonntag erneut verfolgen – bei strahlendem Sonnenschein. Der Belze und sein Bub sind mit dem Korntaler Publikum jedenfalls mehr als zufrieden: „Nur das mit dem Weitergehen – das üben wir noch.“

Termine Theater unter der Dauseck:

Informationen: www.theater-dauseck.de 

Karten: Stadthalle Korntal, 0711/ 839507-59, und Bücherei Münchingen, 07150/ 92071531. Online: www.theater-dauseck.de.

Text: Eva Tilgner

 

Einblicke in sonst verborgene grüne Oasen

Gartenbesitzer öffneten ihre Tore und Pforten für Interessierte

Hundebesitzern sagt man oft nach, dass sie eine gewisse Ähnlichkeit in Charakter oder gar Aussehen zu ihrem Vierbeiner nicht leugnen können. Wer am Sonntag, 2. Juni, die Gelegenheit nutzte und im Stadtteil Korntal, die knapp 20 für Besucher geöffneten Gärten zu durchwandern und auch mit deren Eignern oder Kümmerern zu sprechen, mag vielleicht eine ähnliche Schlussfolgerung gehabt haben. So unterschiedlich wie die angelegten Oasen, so unterschiedlich auch die Menschen dahinter. 

Der Tag der offenen Gärten erfuhr auch in seiner dritten Auflage - 2010 und 2013 waren die beiden ersten - eine tolle Resonanz. Viele hunderte, wenn nicht sogar über eintausend Menschen, bummelten  an diesem sommerlichen Tag von Kleinod zu Kleinod. Es wurde fachgesimpelt, gestaunt, ausgeruht  sowie Tipps und Tricks ausgetauscht. "Die Bereitschaft der Gartenbesitzer mitzuwirken war sehr groß," berichtete Renate Frank vom Team der Gruppe 8 der lokalen Agenda. "Insgesamt waren wir ein Jahr lang mit der Organisation beschäftigt." 

Der Cantus Chor bei der Eröffnung unter strahlendem Sonnenschein. Ebenfalls sehr einladend, war das Rahmenprogramm gestaltet. Eröffnet wurde der Tag in der Deckerstraße mit musikalischen Beiträgen des Chor Cantus. Auf die Ursprünge des Tags der offenen Tür kamen sowohl Bürgermeister Dr. Joachim Wolf als auch Beate Roller vom Agendateam in ihren Begrüßungsreden zu sprechen. Augrund der zunehmenden Nachverdichtung und des Verlusts grüner Flächen begannen schon vor 20 Jahren einige Bürgerinnen und Bürger, sich politisch zu engagieren. "Vor zehn Jahren gab es dann eine politische Entscheidung dazu im Gemeinderat - maßgeblich auf Wirken des Stadtrats Ohl wurde die Erhaltungssatzung für die Gartenstadt beschlossen", führte Bürgermeister Dr. Joachim Wolf aus. Der Druck im Bereich des Wohnungsbau und der Anspruch, möglichst keine weiteren Flächen zu versiegeln, sind indes weitere Aspekte, die er in seiner Ansprache auffführte. Frau Roller erinnerte sich wie sich vor Jahren der Charakter der Gartenstadt immer mehr veränderte und sie sich seitdem für den Erhalt des grünen und historischen Eindrucks in Korntal einsetzt. Beate Roller mit ihrem Mann vor ihrer Gartenlaube.

Insgesamt konnte Beate Roller ein gutes Fazit für den Tag ziehen. "Es kamen sehr viele Interessierte, auch aus Münchingen und aus der Region." Gut angekommen seien auch die Lesungen mit Soko.Kommissarin Astrid M. Fünderich.  

Text: Angela Hammer

Stadtarchivar Brunotte entführte in die historische Neuhaldenstraße

Auf großes Interesse im Rahmen der offenen Gärten stieß Alexander Brunottes kleine Reise in die Vergangenheit Korntals, als Anfang des 20. Jahrhunderts eindrucksvolle Villen mit Gartenanlagen in der "Neuen Halde" (heutigen Neuhaldenstraße) entstanden. Doch er begann noch einige hundert Jahre früher, "als hier Weinberge waren". Korntal wurde erstmals 1297 im Zusammenhang mit Wein erwähnt und 70 Prozent der Weinberge wurden von Münchingern bebaut. Da diese Weinberge nicht zur Güterkaufsgesellschaft der Brüdergemeinde gehörten, wurde das Land Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem für Stuttgarter Beamte, Kreative, Händler und ähnliche attraktiv, um sich ein schönes Zuhause im Grünen zu erbauen.
"Ich sage es Ihnen gleich - es wird eine etwas wehmütige Führung, denn viele der Villen stehen heute nicht mehr", räumte Brunotte gleich zu Beginn ein. Trotz der hohen Temperaturen und kaum der Führung unter gleißender Sonne schafft es Stadtarchivar Brunotte, seine Zuhörerinnen und Zuhörer mehr als eine Stunde an den Schicksalen und Menschen der Entstehungszeit teil haben zu lassen. Er erzählte vom Schlösslesmüller, dessen Villa ein Atrium mit Tanzsaal beherbergte und hier eine Art "Salonleben" entstand. Vom kinderlosen Pfarrer Haug, der mit seiner Ehefrau eine Schülerpension ins Leben rief. Ein ganz besonderes Objekt war zudem das Haus vom Schwäb. Tüftler Ernst Eisenmann - er hatte sich eine Sternwarte mit einem Zeiss-Teleskop errichten lassen. "Es entstand eine Art Mikrokosmos in der Neuhaldenstraße, die sehr kulturell geprägt war".
Auf die Fragen einiger Zuhörer, ob man denn die Informationen auch als Broschüre gäbe oder ob es eine Folgeveranstaltung gäbe, wies Brunotte daraufhin, dass er im kommenden Jahr eine weitere Veranstaltung dazu plane.  

Text: Angela Hammer

Theater, Kunst, Musik und Fußball am Europatag

 „Europa muss man lieben. Wenn man es nicht liebt, ist man nicht zur Liebe fähig. Ich liebe Europa.“ Mit einem Zitat von EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker eröffnete Bürgermeister Dr. Joachim Wolf am Sonntagvormittag, dem 5. Mai 2019, in der Realschule Korntal den Europatag. Mit seiner Begeisterung für Europa war er nicht alleine.                         

Eurovisionsmelodie von der Bläserklasse der Realschule Korntal

Viele Korntal-Münchinger waren gekommen, um gemeinsam mit den Delegationen der Städtepartner Mirande und Tubize den europäischen Zusammenhalt zu feiern. Das Publikum wurde mit der Eurovisionsmelodie von der Bläserklasse der Realschule Korntal auf das Thema des Vormittags schwungvoll eingestimmt. In seiner Ansprache griff Bürgermeister Dr. Joachim Wolf die drei Leitthemen des Jubiläums von 200 Jahre Korntal auf, um auch ihre grenzübergreifende Bedeutung zu betonen: „Heimat - Identität - Brücken stehen nicht nur für die Motive unserer Stadt, - sondern sie stehen auch für unser Engagement und für unsere Überzeugung für Europa und die Städtepartnerschaft mit Mirande und Tubize.“ Damit junge Menschen die Bedeutung von Europa als ihre gemeinsame Heimat erfahren, sei es wichtig, Brücken zwischen den europäischen Ländern zu schlagen und gleichzeitig die nationale Identität der einzelnen Mitgliedstaaten zu erhalten.

Theaterprojekt mit Mirande, Tubize und Korntal-Münchingen auf der Bühne

Wie leicht grenzübergreifende Sprachbarrieren zu überwinden sind, das bewiesen die sechste und achten Klasse in einer Aufführung. Sie spielten die Schülerdelegation aus den Partnerstädten – wobei sie anfangs etwas ratlos auf der Bühne standen:  „Je ne parle pas francais – aber bitte sing weiter.“ Die Mirander und die Tubizer Straße, die kennen die Korntal-Münchinger   - aber wo liegen bitte schön die Städte Tubize und Mirande?“ Nachdem diese Frage geklärt war, endete die Aufführung mit der entscheidenden Quizfrage an das Publikum „Was heißt Bonjour?“ – die mit viel Applaus beantwortet wurde.

Gerade an die jungen Leute appellierte die Vertreterin der Delegation Tubize, Christiane Sampoux, eine aktive, gestaltende Rolle in Europa zu spielen. Wie wichtig der Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft ist, darauf ging der Stadtrat aus Mirande, Franck Barbara, ein: „In diesen unruhigen Zeiten ist es gut, sich auf menschliche Beziehungen verlassen zu können.“ Das Schöne an diesem Europawochenende: Nicht nur alte Beziehungen wurden gepflegt, sondern neue Freundschaften geknüpft.

Bei dem Fußballspiel am Samstagmorgen im Netzbrunnenstadion spielten die Fußballsenioren des TSV Münchingen mit dem Team des Club de football vétéran de Mirande, ein Fußballderby. Bei strömenden Regen stand es nach 90 torreichen Minuten 8:2 für den TSV Münchingen. Für alle Spieler stand aber fest: „Die  Kameradschaft ist das Wichtigste.“

Fotokunst im Rathaus Korntal

Es wurde eng im Foyer, als am Montag die Ausstellung der fotokomuen zum Korntaler Jubiläum eröffnet wurde. Und das lag nicht nur daran, dass der neue Brand­schutz-Glaskasten einiges an Raum bean­spruchte – nein, es waren auch erfreulich viele Fotointeressierte zur abendlichen Vernissage gekommen.

Bürgermeister Dr. Joachim Wolf begrüßte als Hausherr die mehr als 50 Gäste und dankte der Fotorunde Korntal-Münchingen für ihre bereitwillige Unterstützung, wenn für städtische Publikationen ortstypisches Fotomaterial benötigt wurde – wie zuletzt für die neue Homepage oder die Festschrift zum Jubiläum.

Er beschrieb kurz die drei großen Rahmen­themen: Heimat, Identität und Brücken, die sich wie ein roter Faden durch das Jubiläums­jahr ziehen. Und auch wenn sich die Foto­ausstellung "Nicht nur Brücken verbinden …" eindeutig dem Brücken-Thema zuordnen ließe, so zeigten doch zahlreiche Aufnahmen eine weiter gefasste Interpretation, die eben auch Brücken im übertragenen Sinne ein­schließe und dadurch eine beachtliche Vielfalt an Motiven ermögliche.

Daran konnte die Leiterin der fotokomuen, Dr. Birgit Wauro, unmittelbar anknüpfen. Sie umriss in ihrer Einführung, wie vielfältig die Gruppe das Motto umgesetzt habe. Denn neben Brücken und Unter­führungen im klassischen Sinne zeige die Ausstellung auch zahlreiche Motive, bei denen sich das Stichwort "Brücke" nicht unbedingt aufdränge.

Sei es nun der verbindende Himmel über Korntal-Münchingen oder die Brücke vom Staat zum Bürger in Form der Rathäuser, seien es Sport, Religion oder Technik als übergreifende Elemente, die verschiedene Altersgruppen und Schichten verbinden, ja sogar Kontinente miteinander in Kontakt bringen – es biete sich ein ganzes Füllhorn an Deutungs­varianten, wenn man sich erst einmal von der konkreten steinernen Brücke gedanklich gelöst habe. Und die 12 beteiligten Mitglieder der Fotogruppe haben diese vielen Möglichkeiten virtuos genutzt.

Manfred Baur, Birgit Friedrich, Ilona Kitzberger, Bernd Kretschmer, Gabriele Luger, Karen Morlok, Ursula Plocher, Hartmut Schweizer, Roman Schwarz, Barbara Steinberg, Karl-Ludwig Wagenblast und Birgit Wauro zeigen mehr als fünfzig Motive aus den drei Ortsteilen. Sie nutzen dabei auch verschiedene Fototechniken wie Doppel­belichtungen, Zoomeffekte, Lichtmalereien und mehr.

Die Aufnahmen laden ein zum Entdecken: erst in Papierform im Rathaus und dann vielleicht in der Realität beim nächsten Spaziergang.

Noch sechs Wochen lang ist die Ausstellung zu den Rathausöffnungszeiten geöffnet: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Mittwoch von 14 bis 18 Uhr. Sie endet am 20. Mai (Montag) mit einer Finissage ab 18:00 Uhr. Über zusätzliche Termine infor­miert die Gruppe im Amtsblatt und auf ihrer Website: www.fotokomuen.de.

Text: Birgit Wauro

Auftakt zur Klingenden Woche im Rahmen von 200 Jahre Korntal

Eine ganze Woche lang musikalische Veranstaltungen in allen Stadtteilen: Das ist die Klingende Woche der Musikschule Korntal-Münchingen, die vergangenes Wochenende bereits zum vierten Mal startete. Die Terminübersicht versprach sowohl neue Konzertideen als auch neue Spielstätten – was beides gleich auf die Auftaktveranstaltung am Freitagabend zutraf: Im Feuerwehrhaus Korntal gaben die Nachwuchsbands der Musikschule zum ersten Mal ein gemeinsames Konzert. Richtig los ging es dann aber mit dem allseits bekannten Zirkus Musikus am Samstag im Widdumhof.

Viele Kinder waren mit ihren Eltern gekommen, um dem Zirkusdirektor Peter Meincke dabei zuzuschauen, wie er und seine elfjährige Assistentin Marlene das Zirkusorchester zusammenstellten. Die Instrumente, die dabei nach und nach auf die Bühne kamen, konnten anschließend beim Tag der offenen Tür im alten Schulhaus nebenan gleich ausprobiert werden. CIA-Chor 4. Klingende Woche - 200 Jahre Korntal Am Abend war dann der CIA | Chor in Action zu erleben. Begleitet von seinem Leiter Michael Kuhn am Klavier und Kristina Bauer am Cajon präsentierten die rund zwanzig Sänger eine umfangreiche Auswahl an populärer Chormusik. Von Perlen der Jazzmusik, wie „Fly me to the moon“, bis hin zu rockigen Queen-Hits erlebten die Zuhörer ein spannendes Konzert. Mit dem Ensemblekonzert fand am späten Sonntagnachmittag das Auftaktwochenende einen krönenden Abschluss: Verschiedene Ensembles der Musikschule präsentierten ein buntes Programm, das von einem klassischen Streichtrio über mittelalterliche Tänze für Blockflöten bis hin zu zeitgenössischer Musik für Querflötenensemble alle nur erdenklichen Aspekte bediente. Ensemblekonzert Klingende Woche - 200 Jahre Korntal Bevor nächstes Wochenende in Korntal das Orchesterkonzert, die Jazz Night und das Konzert der Jugend-Musiziert-Preisträger stattfindet, wird auch Kallenberg bespielt: Am Donnerstag präsentieren erwachsene Schüler um 19 Uhr im Kallypso ihr Können.

Ein Zeitreisender besucht den Neujahrsempfang

„Es gibt keine Stühle mehr.“ Besser hätte der Mitarbeiter der Stadthalle den großen Andrang beim Neujahrsempfang am 12. Januar 2019 nicht beschreiben können. Über die mehr als 400 Besucher freute sich Bürgermeister Dr. Joachim Wolf bei seiner Ansprache. Die Vertreter des Gemeinderates, der Verwaltung, der Feuerwehr, der Kirchen- und Glaubensgemeinschaften, der politischen Parteien, der Vereine und Institutionen, der Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger von Korntal-Münchingen – sie alle begrüßte er mit einer Ankündigung: „Dieser Neujahrsempfang ist etwas Besonderes.“ Nicht nur weil statt der traditionellen Suppe, Maultaschen mit Kartoffelsalat angeboten werden. Die Veranstaltung sei vielmehr der Auftakt zu den Feierlichkeiten rund um das Jubiläum  „200 Jahre Korntal“, das unter den drei Leitthemen „Heimat-Identität-Brücken“ über den gesamten Jahresverlauf 2019 gefeiert werde.  Ein Anlass, zu dem auch sich auch die politische Prominenz es sich nehmen ließ der Stadt Korntal-Münchingen zu gratulieren: Der Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag und Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, die Landtagsabgeordnete Konrad Epple und Dr. Markus Rösler, Thomas Bopp, der Vorsitzende Verband Region Stuttgart sowie weitere Vertreter der unterschiedlichen politischen Ebenen saßen erwartungsvoll im Publikum, als plötzlich ein seltsam gekleideter Herr auf der Bühne erschien.

Als Graf von Görlitz stellte er sich den Zuschauern vor. Auf den Tag genau, am 12. Januar 1819 habe er Graf von Görlitz gemeinsam mit den Freiherren von Münchingen  „das allodiale Rittergut Korntal“ an Gottlieb Wilhelm Hoffmann verkauft. „Wie hat sich das Angesicht unseres Landes in diesen verändert“, wunderte sich Graf Görlitz. Klar, dass so ein Zeitreisende jede Menge Fragen im Reisegepäck hat. Auf die ursprünglich vorbereitete Ansprache verzichtete Bürgermeister Dr. Joachim Wolf und rief Klaus Andersen, Vorsteher der evangelischen Brüdergemeinde, auf die Bühne um mit ihm gemeinsam den Grafen von Görlitz auf „aktuellen Stand“ zu bringen. In den 200 Jahren ist Korntal gemeinsam mit Münchingen und Kallenberg zu einer Stadt zusammengewachsen mit einer Vielfalt an Bildung, Kultur, Wirtschaftskraft und gesellschaftlichem Leben. Fast 20.000 Einwohner leben inzwischen auf dem ehemaligen „Landgut“ des Grafen. Im Vergleich zu damaligen Zeiten sei das Trinkwasser seit 1907 durch den Zusammenschluss mit den Nachbarkommunen gesichert. „Wir haben sogar so viel Wasser, dass wir darin baden können“, erklärte Bürgermeister Dr. Joachim Wolf seinem Gast, der aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kam.  Ob es denn noch Bewährtes aus „meiner Zeit“ gibt,  wollte er von Klaus Andersen wissen. „So wie damals ist der christliche Glaube in dieser Stadt nicht nur Theorie, sondern gestaltet das Leben und das motivierte Handeln“ beruhigte ihn der Vorsteher der Brüdergemeinde. Mit einer Einladung zu den Feierlichkeiten zum Jubiläum, insbesondere zum Jubiläum-Festwochenende von „200 Jahre Korntal“ am 5. bis 7. Juli, wurde Graf von Görlitz freundlich verabschiedet. 

Ein Zauberer verzaubert das Neujahrspublikum

Denn nachdem schon der Liederkranz Münchingen mit Liedern von Michael Jackson und Marius Müller-Westernhagen den Neujahrsempfang gestartet hatte, traten nun auch die Mitglieder des Chor Korntals auf die Bühne um das Publikum mit Liedern von Christof Eßwein zu unterhalten. Die Ansprache zur Verleihung des Kleinkunstpreises KOMÜKA übernahm anschließend Martin Schmid als Vertreter des Vereins: Der Siegerpokal, eine Urkunde und 300 Euro Preisgeld ging an den Daniel Stöffler Seit seinem achten Lebensjahre übt sich der 16-jährige  Zauberer aus Herrenberg in der Kunst der Magie. An diesem Abend hatte das junge Talent in seinem Zauberkoffer einiges dabei um die Zuschauer in den Bann zu ziehen und vor allem zum Lachen zu bringen: Den Zauberwürfel, die Kartensammlung, den verzauberten Geldschein. Immer wieder werde er gefragt: Verrate mal deinen Trick! „Das könnte ich -  will ich aber nicht“, stellte Daniel Stöffler bei seinem Auftritt klar. Bei ihrem gemeinsamen Finale verrieten die Sängerinnen und Sänger des Liederkranz Münchingen und des Chor Korntal, um welche Zahl sich 2019 alles dreht in ihrer Stadt: „Herzlichen Glückwunsch 200 Jahre Korntal“ gratulierten sie von der Bühne mit hochgehaltenen großen blau-gelben Buchstaben und Ziffern. Nach lautem Applaus des Publikums wurde das Maultaschen-Buffet und die Sektbar eröffnet. Einige der Besucher nutzten die Gelegenheit, sich die Sonderedition der 70-Cent-Jubiläumsbriefmarke „Korntal 1819 – 2019“, zu sichern. „Meine Enkel freuen sich schon auf den neuen Briefmarkenbogen für ihre Sammlung